• Berechnung von Wärmebrücken nach DIN ISO 10211
  • Gleichwertigkeitsnachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2
  • Ermittlung von Oberflächentemperaturen
  • Bewertung und Analyse von Wärmebrücken
  • U-Wert Berechnung DIN EN ISO 6946 / 10077

Gleichwertigkeitsnachweis

Grundlagen

Mit der aktuellen Novellierung der EnEV hat sich zum Gleichwertigkeitsnachweis etwas getan. Wer aber glaubt der Gleichwertigkeitsnachweis wäre überholt der irrt. Zunächst die Fakten.

EnEV 2009
§ 7 Mindestwärmeschutz, Wärmebrücken

...
(3) Der verbleibende Einfluss der Wärmebrücken bei der Ermittlung des Jahres-Primär-energiebedarfs ist nach Maßgabe des jeweils angewendeten Berechnungsverfahrens zu berücksichtigen. Soweit dabei Gleichwertigkeitsnachweise zu führen wären, ist dies für solche Wärmebrücken nicht erforderlich, bei denen die angrenzenden Bauteile kleinere Wärmedurchgangskoeffizienten aufweisen, als in den Musterlösungen der DIN 4108 Beiblatt 2 : 2006-03 zugrunde gelegt sind. [EnEV 2009]

Begründung zum Entwurf der EnEV
"Satz 2 trägt dem Umstand Rechnung, dass mit dem verschärften Anforderungsniveau auch bauliche Ausführungen der Gebäude mit besseren (kleineren) Wärmedurchgangskoeffizienten üblich werden. Für solche Ausführungen ist der Gleichwertigkeitsnachweis, … , mit dem bestehenden Regelwerk nicht durchführbar… Deshalb soll auf solche Nachweise verzichtet werden." [E EnEV Begründung 2008]

Bei strenger Auslegung gilt diese Freistellung folglich nur die Details deren Bauteil U-Werte niedriger sind als die in DIN 4108 Bbl.2.
U-Werte sucht man im Bbl.2 der DIN allerdings vergeblich.

Die KFW definiert Ihre Anforderungen für diesen Fall wie folgt:

"Die KfW behält sich grundsätzlich das Recht vor, weiterhin den Gleichwertigkeitsnachweis beim Ansatz des reduzierten Wärmebrückenzuschlags anzufordern." [R.Feldmann 2009]

Folglich kann auf eine genaue Ausführung des Gleichwertigkeitsnachweises nicht verzichtet werden.

Wie ist der Nachweis zu führen?

Gleichwertigkeitsnachweis

Der Nachweis der Gleichwertigkeit von Konstruktionen zu den im Beiblatt 2 aufgezeigten kann mit einem der nachfolgenden Verfahren vorgenommen werden:

  • Bei der Möglichkeit einer eindeutigen Zuordnung des konstruktiven Grundprinzips und bei Vorliegen der Übereinstimmung der beschriebenen Bauteilabmessungen und Baustoffeigenschaften ist eine Gleichwertigkeit gegeben.
  • Bei Materialien mit abweichender Wärmeleitfähigkeit erfolgt der Nachweis der Gleichwertigkeit über den Wärmedurchlasswiderstand der jeweiligen Schicht.
  • Ist auf diesem Wege keine Übereinstimmung zu erreichen, so sollte die Gleichwertigkeit des Anschlussdetails mit einer Wärmebrückenberechnung nach den in DIN EN ISO 10211-1 beschriebenen Verfahren unter Verwendung der in Beiblatt 2 angegebenen Randbedingungen vorgenommen werden.
  • Ebenso können ψ-Werte Veröffentlichungen oder Herstellernachweisen entnommen werden, die auf den im Beiblatt festgelegten Randbedingungen basieren.

[R.Feldmann, KFW-Bankengruppe]